Geschichtliches über Schonstett
Urkundlich wird Schonstett bereits im Jahre 780 erwähnt, als Herzog Tassilo aus dem Geschlecht der Agilolfinger in Bayern regierte. Wie Stephanskirchen gehörte auch Schonstett in seinen frühesten Zeiten zum Kloster Herrenchiemsee. Später wurden Schonstett und Stephanskirchen selbständige Adelssitze mit eigener Gerichtsbarkeit blieben aber stets miteinander verbunden. 1507 und zur Zeit der Reformation gehörte Schonstett zum Besitz eines Friedrich von Reichertsheim, der 1534 verstarb. In der Zeit des 30jährigen Krieges war der Woll- Edel Hanß Georg Preu Herr in Schonstett. Er verstarb vor Kriegsende im Jahre 1644. Nach dem Tode seiner Gattin, 1675, die Woll-Edle Frau Anna Maria geb. Randorf, ging der Adelssitz an das Geschlecht der Schleich über und erscheint von da an als Hofmark, aber immer noch mit Stephanskirchen vereinigt. Auch besaß Schonstett noch immer eigene Gerichtsbarkeit, stand jedoch unter dem Landgericht Trostberg und unter dem Churfürstlichen Lehens- und Casieramt Burghausen. Ende des 18. Jahrhunderts (1794) ging Schonstett in den Besitz des Hochedlen Herrn Thaddäus Reisenegger und nach dessen Tod auf seine Witwe Franziska Reisenegger über. Diese starb 1835 und soll 200 Gulden testamentarisch für arme Kinder der Hofmark ausgesetzt haben. 1848 wurde das Gesetz zu Aufhebung der Grundherrschaften, der Gerichtsbarkeit, der Polizeigewalt und der Scharwerkspflichten erlassen. Ein Herr von Ziegler soll der letzte Patronatsherr des Ortes gewesen sein. 1892 ging das Schloss, vermutlich durch Kauf, von Familie Deiglmeier in den Besitz der Münchener Ortskrankenkasse über, die es seit 1897 als Sanatorium nutzte. Neben dem Schloss sind auch noch die Pfarrkirche St. Johannes Baptiste (Ende 15. Jh.) und die Friedhofskapelle (Ende 17. Jh.) als alte sehenswerte Gebäude zu erwähnen. Schonstett entwickelte sich im 20. Jahrhundert ähnlich wie ander Orte seiner Art und Größe. Der Erste und der Zweite Weltkrieg unterbrachen die Entwicklung, und die Folgen mussten überstanden werden. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen ausgebaut und neu errichtet, so dass unser Ort heute ein modernes Gemeinwesen darstellt, dessen Verwaltung bemüht ist, den Ansprüchen und Bedürfnissen der Bevölkerung stets gerecht zu werden. |