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VG Halfing (Halfing, Höslwang und Schonstett) im Landkreis Rosenheim  |  E-Mail: verwaltungsgemeinschaft@halfing.de  |  Online: http://www.halfing.de

Der Hofstätterhof in Schonstett

 

Der Hofstätterhof war einer der ältesten Schonstetter Höfe, er gehörte schon in den Urbar des Kastens Kling von 1417 zur Hofmark Schonstett des Hans Laiminger. Aufzeichnungen sind ab 1614 auch in den Schonstetter Kirchenrechnungen zu finden.
Der Hof hatte einen ¼ Hoffuß und das Lehensrecht gehörte zum Schloss und zur Hofmark Warnbach. Am 12.10.1674 erwarb der Schonstetter Hofmarksherr Johann Rudolph Preu den Hofstätterhof.

 

Im Urkataster von 1808 bestand das Anwesen aus einem halbgemauerten Wohnhaus mit einer Wagenhütte und einem Backofen. Zum Hof gehörte von Anfang an ein Ziegelbrennofen, der erste in Schonstett und die „Zieglergerechtigkeit“. Somit hatte man dafür gesorgt, Ziegel-steine bei Bedarf auch für die Hofmarksherrschaft zu brennen.

 

Als Agrarflächen gehörten zum Hof 47 Tagwerk 54 Dezimal


  • Ein Krautbettl

  • Felder: Im Winter- oder Gunzenhamerfeld: Der Zaun- und Mitteracker, das Weg- und Wiesenland, das kleine Ackerl, das Wegackerl, der Gromacker, 2 Acker, das Trumm, das Moos- und Steigland und die 2 Lechlacker.

  • Im Sommer- oder Mitterfeld

  • Der Winklaich- und Mitteracker, die 2 Äcker der Gries- Berg- und Darmacker das große Land und der Reinthalacker.

  • Im Brach- oder Zillhamerfeld: Der Winklaich- und Herrenacker, das Spitzlandl, der Bergacker, die Eglmoostrümmer, das Sandgrubland, der Neubruch, das Wiesenland, der Krummacker, das Trum, die 2 Kriegeracker, das Buchetackerl und der Köllacker.

  • Zweimädige Wiesen: der Haus- und Lumperanger

  • Einmädige Wiesen: die Hollaich- Köblgraben- Thoma- und Mooswiesen

  • Holz: das Köll- und Lechlholz

  • Nutzanteil: in der Köll und am Weiher, als noch unverteilte Gemeindegründe

  • Der Ziegelofen: die reale Zieglergerechtigkeit gehörte zum Gut

Zum Hofstätter-Anwesen gehörten große Grundareale mit Lehmböden im Flur „Hochstätter-moos“, ebenso bei den Lehmgruben auf der Flur „Ziegelhütten“, wo der Ziegelofen stand.

Der Hofstätterhof unterstand der Gerichtsbarkeit der Hofmark Schonstett. Zu dieser Hofmark musste er das Natural- Pferde- und Handscharwerk ungemessen leisten, das ordinäre Schar-werk mit Gespinstgeld, Jagd- Scharwerkgeld.
Zum Küchendienst waren jährlich eine Gans, 4 Hähnchen und 60 Eier abzuliefern und für jeden Ziegelbrand 5 Gulden zu bezahlen.
Dazu mussten Zehentabgaben an die Hofmark Schonstett, die Pfarrei Evenhausen und an das Vikariat in Schonstett geleistet werden.

Im Häuser- und Rustikal-Steuerkataster des Landgericht Trostberg von 1810 ist der 1/4 Hofstätterhof in Schonstett Hs.No.28 gerichtsbar zum Patrimonialgericht Schonstett, leibrechtig zur Hofmark Schonstett, den Zehent bekam zu 2/3 die Hofmark Schonstett und zu 1/3 die Pfarrei Evenhausen ausschlüssig das Gerstenfeld, wovon die Hofmark Schonstett 2/3 und der Vikar von Schonstett 1/3 bezog. Das Recht einen Ziegelofen zu betreiben war eingetragen. Der fatierte (geschätzte) Wert des Hofes mit dem Ziegelbrennofen war mit 35 Gulden angegeben. Quelle: StAM-Kataster-23885.

Joseph Arnold, der 1835 die Hubertochter Anna Mödl heiratete, und Joseph Dankl der Hofstätterbauer tauschten 1843 ihre Höfe. So kam der Hofstätterhof in den Besitz des Schonstetter Ziegelmeisters Joseph Arnold und der nutzte die Lehmböden im „Hochstättermoos“, die zum Hof gehörten. 1854 kaufte Joseph Arnold auch den Friedlhuberhof, um auch dessen Lehmgründe im „Hochstättermoos“ zu nutzen. Viele Schonstetter Höfe und Häuser dürften nach 1848 mit Ziegeln aus diesem Lehm gebaut worden sein, sogar für die Verlängerung der Schonstetter Kirche 1856 stammten die Ziegel aus diesen Gruben.
Der Hof brannte am 24.08.1918 vollständig ab, wurde 1919 wieder aufgebaut. Im August des Jahres 2005 wurde der Hof abgerissen, auf seiner Hoffläche wurden Ein-, Zwei- und Dreifamilienhäuser gebaut, wodurch über 15 neue Wohneinheiten entstanden.

Sebastian Riepertinger, Gemeindearchiv Schonstett.


Ausschnitt aus dem Vermessungsplan 1855, Schonstett Unterdorf

Ausschnitt aus dem Vermessungsplan 1855, Schonstett Unterdorf.
Quelle: Vermessungsamt München SO-00822-1855.
Hofstätter, Haus u. Flur-Nr. 28; Friedlhuber, Haus u. Flur Nr. 27, Bartl oder Schweizer, Haus u. Flur Nr. 26; Wagner, Haus u. Flur Nr. 25; Öttl, Haus u. Flur Nr. 24; Winkler, Haus u. Flur Nr. 23; Niggl, Haus u. Flur Nr. 22; Holz-Sigl, Haus u. Flur Nr. 33 ½.


Hofstätter Anwesen um 1912. Foto: Monika Hilger.rf

Hofstätter Anwesen um 1912. Foto: Monika Hilger.


Bauplan bzw. Grundriss über Erdgeschoss und 1. Stock

Quelle: StAM-Bpl.WB-1918-54-Schonstett.
Plantext: Bauplan bzw. Grundriss über Erdgeschoss und 1. Stock des abgebrannten Ökonomen Franz Mitterer in Schonstätt Hs.No. 28


Ausschnitt aus dem Vermessungsplan 1855, Schonstett Ortsteile Ziegelhütten und Weiher

Ausschnitt aus dem Vermessungsplan 1855, Schonstett Ortsteile Ziegelhütten und Weiher.
Bei den Lehmgruben Flur 28 des Hofstätterhofes war der Ziegelbrennofen und 6 Ziegelstadel
Quelle: Vermessungsamt München SO-00822-1855.






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